Brasilien Reise 2012 auf einer größeren Karte anzeigen

Kokosnüsse, Zuckerrohrschnaps und ein Schreck in der Morgenstunde

Im Moment ist das einzige, das mir passieren kann, dass eine Kokusnuss auf meinen Kopf fällt. Ich liege unter einer Palme und genieße die Aussicht: sanfte grüne Hügel mit urwaldmäßigem Bewuchs, türkisblaues Wasser, der beschäftigte Marinahafen nebenan. Leise Musik im Hintergrund, die ersten Kinder im Pool, der Duft von Frühstück. Sehr angenehme Erholung. Das Hotel ist super kinderfreundlich und es sind auch viele Familien hier. Wir sind die einzigen Ausländer und kaum einer sprich Englisch vom Personal. Aber irgendwie kommt man schon klar. Es gibt Essen rund um die Uhr und man ist trotzdem auch immer wieder hungrig - nach dem Urlaub kommt erst mal FDH und BDD - friss die Hälfte und beweg dich doppelt. Aber es ist ja Urlaub. Gestern waren wir in Paraty zum Cachacafest.

Ein schönes kleines Städtchen, sehr touristisch, mit kleinen weißen alten Häusern, vielen Restaurants, Cachaca- und Souvenirläden. Das Fest erinnerte an Karneval im Rheinland: schon nachmittags lagen überall Menschen im Schatten und schliefen ihren Rausch aus. Etwas Livemusik haben wir erlebt, im großen Festzelt, wo die Zuschauer direkt zu den Rhythmen mittanzten. Draußen gaben die Indianer-Panflöten-Musiker ein Stelldichein - man kam sich vor wie in der Kölner Fußgängerzone, so touristisch und künstlich war es. Wir liefen durch den Ort, aßen ein Eis und tranken eine Caipirinha und fuhren mit dem Auto zurück zum Resort. Auf dem Weg kamen wir am Atomkraftwerk Angra vorbei - komisches Gefühl, so mitten im Naturgebiet. Einige öffentliche Strände liegen an der Hauptstraße der Costa Verde, die bestimmt auch einen Besuch wert sind. Wir trainieren jede Nacht, die Kinder später ins Bett zu bringen. Der Jetlag von fünf Stunden ist nicht zu unterschätzen. Gestern Abend entdeckten wir, dass der KidsClub im Konferenzsaal eine Wii-Station aufgebaut hatte und sie Just DANCE spielten. Da war es leicht, Chantal bis zehn Uhr wach zu halten. Immerhin müssen wir Freitag in zehn Tagen abends um 21:30 fit und frisch für Lucianas Hochzeit sein - Grund für unsere Brasilienreise. Wir gingen also gegen zehn ins Bett und schliefen auch alle schnell ein. Irgendwann in der Nacht wurde ich plötzlich wach von Chantals Gemurmel. Ich wollte gerade das Licht anmachen, damit sie besser die Treppe herunter kann, um auf Toilette zu gehen. Da purzelte sie schon herunter... Wir waren direkt hellwach und völlig panisch, dass sie sich verletzt hat. Sie beruhigte sich zum Glück schnell und schien soweit in Ordnung zu sein. Ich legte mich mit ihr ins Bett und sie schlief schnell wieder ruhig ein. Ihr Schutzengel scheint doch noch gerade rechtzeitig wach geworden zu sein - es ist nichts weiter geblieben als eine Beule am Kopf und ein blauer Fleck am Handgelenk. Ich will mir gar nicht ausmalen, was hätte passieren können. Aber sie ist schon wieder ganz gut dabei, etwas mitgenommen noch, aber kein Spucken und keine Übelkeit. Gott sei Dank.
Wir hängen heute mal wieder faul am Pool ab. Nach den Aufregungen sehr angenehm.

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